Visualisierungen Andreas Müller Architekten AG

 

Neubau Mehrfamilienhaus, Wetzikon, 2017-18

Als Resultat eines eingeladenen Wettbewerbs wurden wir für die Projektierung und Bauleitung des Ersatzneubaus auf einem Grundstück in unmittelbarer Nähe zum historischen Dorfkern Unterwetzikon beauftragt. Es handelt sich um ein Mehrfamilienhaus mit hauptsächlich 2,5- und 3,5-Zimmer-Wohnungen und überhohen, teilweise zweigeschossigen Gewerbeflächen im EG.

Die im räumlichen Entwicklungskonzept Wetzikon als Charakteristik Wetzikons beschriebene Dualität Dorf-Stadt ist im Bereich unseres Grundstücks gut spürbar: Südlich befindet sich ein grosses 60er-Jahre-Mehrfamilienhaus mit Supermarkt, das sich vis-à-vis des kleinsten Gebäudes des alten Kerns befindet. Auf der unserem Grundstück gegenüberliegenden Seite der Kantonsstrasse befinden sich zwei sehr schöne Architekturzeugen des 19. Jahrhunderts, die rückseitig von wuchtigen Neubauten gerahmt sind. Im Norden sind die Entwicklungsgebiete der Industriezone und der Zentrumszone A, die grosse Dichten und Höhen erlauben. Östlich fliesst der Wildbach mit dem dahinterliegenden Park. Im Gesamten erzeugt diese sehr heterogene, aber malerische Situation ein grosses Spannungsfeld, in dessen Mitte sich unsere Parzelle befindet.

Die Lage und die Form des Gebäudes schafft eine neue Situation und ordnet die umliegende Bebauung: Der südlich liegende 60-er-Jahre-Bau wird durch das Volumen unseres Neubaus gefasst und bekommt einen Abschluss. Zusammen mit den beiden schönen Gebäuden des 19. Jahrhundert auf der anderen Strassenseite wird eine Torsituation mit Verengung des Strassenraums geschaffen. Andererseits verweist die lange Seite des neuen Gebäudes auf die gegenüberliegende Flussseite, wo die Gebäude in der gleichen Flucht liegen und den dort entstehenden Stadtpark fassen.

Die vorhandene heterogene Bausubstanz lässt wenig Anknüpfungspunkte zu. Das auffälligstes Element der drei benachbarten Gebäude des 19. Jahrhunderts sind die Gesimse. Wir übernehmen dieses bewährte Gestaltungselement - aus zwei Gründen: Erstens wird mit der Ausbildung eines Gesimses die Masstäblichkeit an diejenige der Nachbargebäude herangeführt und zweitens erlaubt das Gesims die Gliederung des Baukörpers in Sockelzone, Mittelteil und Abschluss. Dieser obere Abschluss wird durch die Erhöhung der Fensterdichte artikuliert. Die Setzung der Fenster erfolgte in einer mehrstufigen Austarierung zwischen den Anforderungen der Grundrisse, der guten Aussicht in den oberen Geschossen und der harmonischen Erscheinung des Gebäudes im öffentlichen Raum. Das erzielte Resultat zeigt eine gute Übereinstimmung von innen und aussen.