Uns Menschen bekommt der Aufenthalt im Freien gut, jeder merkt, wie erquickt er sich nach einem Waldspaziergang fühlt. Wir bewegen uns dabei im natürlichen atmosphärischen Spannungsfeld und im ungestörten Magnetfeld der Erde. Da wir die meiste Zeit unseres Lebens in Gebäuden zum Arbeiten und Wohnen verbringen, gibt es keinen Grund, uns von diesen natürlichen Bedingungen der freien Natur im Hausinnern auszuschliessen. |
| Biologische Moderne |
2007 |
|
Villa in Uetikon Haus Spoerri-Toukallo, Zürich Wettbewerb, Schaffhausen Haus Müller, Horw Haus Steinbrück, Beckenried Patent Bausystem Fahrradfabrik Tarjan, Ungarn Wettbewerb, Ruswil Europan 1, Exp. Wohnbau |
![]() |
• Um den Feuchtigkeitshaushalt passiv zu regulieren, soll das Haus aus diffusionsoffenen Baustoffen bestehen. Diffusionsoffene Baustoffe sind zugleich diejenigen naturnahen Baustoffe, die keine Metalle und Kunststoffe und am wenigsten graue Energie enthalten. Das gegenwärtig allgemeinübliche Bauen mit den komfortgelüfteteten Stahlbeton-Glasfassaden-Bauten kapselt sich von den natürlichen Feldern unnötig ab und das Innenraumklima gleicht demjenigen einer Raumstation. Diese Art von Bauen ist eine Banalisierung der architektonischen Moderne und führt zwangsläufig in eine Sackgasse. Auch die Postmoderne bewegt sich auf demselben Level, sie agiert mit formal wirren Formen oder Attributen aus vergangenen Zeiten und kaschiert mit den medienwirksamen Hüllen nur denselben bautechnischen Inhalt. Der Begriff Moderne bezeichnet das Primat des wissenschaftlichen Denkens und begann mit der Aufklärung. Die architektonische Moderne, die in den 20er Jahren mit der Umsetzung der wissenschaftlichen Erkenntnisse in eine entsprechende Formensprache einen Meilenstein in der architektonischen Kultur geschaffen hat, operierte in der Absicht, dem modernen Menschen besser zu dienen. Die Gebäude, die Le Corbusier zwischen 1923 und 1933 geschaffen hat, sind nicht einfach der Höhepunkt irgendeines Stils, sondern durch die Übereinstimmung von geistigem und gebautem Inhalt ein Höhepunkt der Architekturgeschichte. Doch die Zeit ist nicht stehengeblieben. Die Erkenntnis der Wissenschaft ist, dass Materie eigentlich eine Illusion ist und alles, was wir als Materie bezeichnen, eher Energiefelder sind. Deshalb ist es wichtig darauf zu achten, von welcher Art die Felder sind, mit denen wir uns umgeben, denn die Gebäude gehören neben den vorherrschenden Naturbedingungen zu den grössten Einflussfaktoren auf den Menschen. Die wichtigste Aufgabe der Architektur ist nach wie vor, den Menschen zu dienen. Wenn nun der Höhepunkt der Architekturgeschichte, den LeCorbusier in den 20er Jahren geschaffen hat, im Sinne der Moderne mit neuen Erkenntnissen ergänzt wird, wird der Moderne wieder neues Leben eingehaucht. Nur dann dient Architektur den Menschen und ist wirklich biologisch modern! |