Uns Menschen bekommt der Aufenthalt im Freien gut, jeder merkt, wie erquickt er sich nach einem Waldspaziergang fühlt. Wir bewegen uns dabei im natürlichen atmosphärischen Spannungsfeld und im ungestörten Magnetfeld der Erde. Da wir die meiste Zeit unseres Lebens in Gebäuden zum Arbeiten und Wohnen verbringen, gibt es keinen Grund, uns von diesen natürlichen Bedingungen der freien Natur im Hausinnern auszuschliessen.

Dazu braucht es Regeln, die eingehalten werden müssen:
• Um das Erdmagnetfeld nicht unnötig zu verfälschen, soll möglichst auf den Baustoff Metall, der hauptsächlich im Stahlbeton verbaut wird, verzichtet werden. Dort, wo Stahlbeton unersetzbar ist, sollte er sparsam, in klarer Geometrie und vollständig geerdet eingesetzt werden.


Biologische Moderne

2007
2005
2003
2001
2000
1994
1992
1991
1990

Villa in Uetikon
Haus Spoerri-Toukallo, Zürich
Wettbewerb, Schaffhausen
Haus Müller, Horw
Haus Steinbrück, Beckenried
Patent Bausystem
Fahrradfabrik Tarjan, Ungarn
Wettbewerb, Ruswil
Europan 1, Exp. Wohnbau

• Um den Feuchtigkeitshaushalt passiv zu regulieren, soll das Haus aus diffusionsoffenen Baustoffen bestehen. Diffusionsoffene Baustoffe sind zugleich diejenigen naturnahen Baustoffe, die keine Metalle und Kunststoffe und am wenigsten graue Energie enthalten.

• Um die Versiegelung der Erdoberfläche, die mit dem Hausbau vorgenommen worden ist, zu kompensieren, benötigt jedes Gebäude und nach Möglichkeit jede Wohnung einen Dachgarten. Die obsoleten Gestaltungsvorschriften, die überall die Arbeit behindern, sind abzuschaffen und durch eine Vorschrift zur Begrünung von Dachflächen zu ersetzen.

Das gegenwärtig allgemeinübliche Bauen mit den komfortgelüfteteten Stahlbeton-Glasfassaden-Bauten kapselt sich von den natürlichen Feldern unnötig ab und das Innenraumklima gleicht demjenigen einer Raumstation. Diese Art von Bauen ist eine Banalisierung der architektonischen Moderne und führt zwangsläufig in eine Sackgasse. Auch die Postmoderne bewegt sich auf demselben Level, sie agiert mit formal wirren Formen oder Attributen aus vergangenen Zeiten und kaschiert mit den medienwirksamen Hüllen nur denselben bautechnischen Inhalt.

Der Begriff Moderne bezeichnet das Primat des wissenschaftlichen Denkens und begann mit der Aufklärung. Die architektonische Moderne, die in den 20er Jahren mit der Umsetzung der wissenschaftlichen Erkenntnisse in eine entsprechende Formensprache einen Meilenstein in der architektonischen Kultur geschaffen hat, operierte in der Absicht, dem modernen Menschen besser zu dienen. Die Gebäude, die Le Corbusier zwischen 1923 und 1933 geschaffen hat, sind nicht einfach der Höhepunkt irgendeines Stils, sondern durch die Übereinstimmung von geistigem und gebautem Inhalt ein Höhepunkt der Architekturgeschichte.

Doch die Zeit ist nicht stehengeblieben. Die Erkenntnis der Wissenschaft ist, dass Materie eigentlich eine Illusion ist und alles, was wir als Materie bezeichnen, eher Energiefelder sind. Deshalb ist es wichtig darauf zu achten, von welcher Art die Felder sind, mit denen wir uns umgeben, denn die Gebäude gehören neben den vorherrschenden Naturbedingungen zu den grössten Einflussfaktoren auf den Menschen.

Die wichtigste Aufgabe der Architektur ist nach wie vor, den Menschen zu dienen. Wenn nun der Höhepunkt der Architekturgeschichte, den LeCorbusier in den 20er Jahren geschaffen hat, im Sinne der Moderne mit neuen Erkenntnissen ergänzt wird, wird der Moderne wieder neues Leben eingehaucht. Nur dann dient Architektur den Menschen und ist wirklich biologisch modern!