Villa in Uetikon

2007
2005
2003
2001
2000
1994
1992
1991
1990

Die Absicht des Projekts besteht darin, ein Wohnhaus mit möglichst verschieden proportionierten Räumen zu schaffen. Das Haus besteht aus 4 Geschossen mit insgesamt 9 Räumen, von denen jeder einen völlig anderen Charakter aufweist. Das Erschließungssystem ist so angelegt, dass nirgends Sackgassen entstehen und immer zwei Möglichkeiten bestehen, Räume zu begehen. Dadurch bekommt das Haus Geheimnis, das heute überall fehlt. Das Haus wäre biomodern gebaut worden (naturbelassene Baustoffe, wenig Stahlbeton, Holzbalkendecken, diffusionsoffene Gebäudehülle, Elektrosmogminimierung, Dachgarten, freier Grundriss), wenn es nicht nach all den Sitzungen mit den Behörden, Zusicherungen und Wohlwollen der Denkmalpfleger letztlich an einer Baukommission gescheitert wäre, die zum grossen Teil aus Laienmitgliedern besteht. Das lässt die Frage offen, welcher Arzt oder Ingenieur muss seine Arbeit von Laien beurteilen und schlimmer noch, verhindern lassen?

Das Grundstück liegt im unteren Teil des Chirchbühlhügels. Südlich angrenzend befinden sich 2 ins Inventar der schutzwürdigen Bauten aufgenommene Gebäude, darunter das älteste Gebäude von Uetikon. Nördlich auf einer Anhöhe thront eine Villa aus dem 19.Jahrhundert in einem Park mit altem Baumbestand, im Osten und Westen schlängeln sich alte Klopfsteinwege den ehemaligen Rebberg hoch. Eingebettet in diese idyllische Umgebung liegt das längliche Grundstück an einer sanften Hanglage in der Kernzone.

Der Zweck der Kernzonen ist es, alte Gebäude und Gebäudeensembles zu schützen. In der Bauordnung sind dazu Gestaltungsvorschriften definiert. Folgende Überlegungen standen im Vordergrund, wie dem Zweck der Kernzone am besten zu entsprechen sei:

- Die wichtigste Entscheidung ist die Größe und Setzung des neuen Gebäudevolumens. Dieses hat sich dem für den Ort typischen Volumen einzuordnen.
- Als zweite Maßnahme muss das neue Gebäude mit der Technik der heutigen Zeit und in zeitgemässer Gestaltung gebaut werden. Dadurch respektiert es die alten Gebäude mehr, als wenn es sich mit ähnlicher Gestaltung (wie Sprossenfenster oder Schrägdach) dem alten Ensemble anbiedert. Die Gebäudeattribute, auf die sich die Kernzonenvorschriften beziehen, orientieren sich weitgehend an technischen Gegebenheiten: Hochrechteckige Fenster waren die Folge davon, dass große Spannweiten zu überbrücken früher unökonomisch war und die Fenstersprossen verdanken wir der Tatsache des damaligen Unvermögens, größere Scheiben zu produzieren. Das Schrägdach war damals die einzige technische Lösung, um Wasser effizient fernzuhalten.
- Als dritte Massnahme soll der Neubau ähnlich wie die vorhandenen Gebäude genutzt werden. Was einer Lüge gleich käme, wären oberirdisch angepasste Gebäude über einer einzigen zusammenhängenden Tiefgarage. Im vorliegenden Fall wurde auf eine Garage ganz verzichtet.


Villa in Uetikon
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